Anregungen für Kindertagesstätten

Für unsere Katholischen Kindertageseinrichtungen ist es im Hinblick auf Flüchtlingskinder und -familien wichtig, dass sie genau das tun, was sie immer tun: Die Menschen so anzunehmen, wie sie kommen, mit all dem, was sie mitbringen und brauchen.Die Grundlagen hierzu sind in den 2012 verabschiedeten diözesanen Leitlinien ausgeführt und in den Leitbildern der Einrichtungen konkretisiert.

Anregungen Kindergärten

Einige Auszüge aus den Leitlinien:

  • Unsere Kitas stehen allen offen,
  • nehmen Lebenssituationen von Kindern und Familien wahr,
  • unterstützen Familien, die Hilfe benötigen.
  • Kinder und Eltern erfahren, dass sie mit ihren Fragen und Sorgen nicht alleine stehen und dürfen die Gemeinschaft der Kirche erfahren.
  • Der Umgang ist geprägt von Wertschätzung und Achtung.
  • Die Kitas nehmen Verantwortung für die Gestaltung des Lebens und der Welt wahr.
  • Sie sind familienunterstützende Einrichtungen und lebendiger Teil der Pfarrei.
  • Kitas spiegeln Pluralität wider und sind wesentlicher Ort des Einübens von Dialog und Friedenserziehung.
  • Menschen verschiedener Religionen und Weltanschauungen begegnen sich mit einer religions- und kultursensiblen Haltung, die Mitarbeiterinnen sind Lebensbegleiterinnen der Kinder und Eltern

Selbstverständlich ist uns bewusst, dass sich in solchen Fällen die Anforderungen, die an eine Kindertageseinrichtung gestellt werden, sich enorm häufen können, gerade, wenn weitere Hilfe im Hinblick auf Sprache und auf das Umfeld des Kindes und der Familie sowie eventuelle Traumatisierungen oder andere Spezifika nötig ist. Katholische Kindertageseinrichtungen sind hier Teil eines Netzwerks - und sie können auf vielfältige Hilfe und Solidarität zurückgreifen.

So können sie zum einen ihren Kontakt zu den Caritas-Zentren und der dortigen Migrationsberatung nutzen, wenn es um die Hilfe von ÜbersetzerInnen, TherapeutInnen und anderen speziellen Angeboten geht. Sie können zugleich aber auch auf zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in örtlichen und pfarrlichen Netzwerken zurückgreifen, wenn es um Räume, Kleidung, Sprachunterricht und andere Dinge des Alltags geht. Und letztendlich kann die Gemeinschaft in der Kindertageseinrichtung selbst genutzt werden. Patenschaften unter Familien sind denkbar, Begleitdienste und Übersetzungstätigkeiten von Menschen mit gleicher Sprache, direkte Hilfen durch Sachmittel und alles, was in der Kreativität der Kindertageseinrichtungen und ihrer Familien liegt.

Für die Kinder und ihre Familien ist es wichtig, dass sie in der Kita willkommen geheißen und aufgenommen werden. Sie sollen einen sicheren Ort haben, in dem sie Beziehungen und Bindungen entwickeln können. Sie werden gut versorgt und können einen "normalen" Alltag erleben. Nicht zuletzt sollen sie das Gefühl erhalten, dass sie jederzeit von dem erzählen können, was sie belastet und das Menschen für sie da sind und sie Passgenaue Hilfen bekommen können, die sie in ihrer jeweiligen Situation benötigen.

Katholische Kindertageseinrichtungen erfüllen ihren ganz normalen Auftrag - jetzt nur mit einem ganz besonderen Augenmerk.

Konkrete Anregungen für Katholische Kindertageseinrichtungen:

a. Wir beschäftigen uns mit der besonderen Situation von Flüchtlingsfamilien und -kindern im Allgemeinen.
b. Wir überprüfen unseren Fortbildungsbedarf im Hinblick auf Umgang mit Flüchtlingen und unsere interreligiöse und interkulturelle Kompetenz und planen entsprechende Fortbildungen ein.
c. Wir schließen uns Initiativen oder Netzwerken für Flüchtlinge vor Ort an, nehmen Kontakt auf und suchen unsere Rolle/Aufgaben darin.
d. Wir prüfen, welche neuen und/oder niederschwelligen Angebote für Flüchtlingskinder und deren Familien wir anbieten können.
e. Wir klären ab, ob und in welchem Umfang Flüchtlingskinder bei uns aufgenommen werden können.
f. Wir halten mehrsprachige Dokumente für Eltern vor, in denen unsere Arbeit - und der Auftrag  der Katholischen Kindertageseinrichtung - erläutert wird.
g. Wir bilden - und aktualisieren - einen Pool von ehrenamtlichen Dolmetschern für die verschiedensten Sprachen.

Als Ansprechpartner stehen Ihnen zur Verfügung:

Bischöfliches Ordinariat Z/5
Regionalverwaltungen und Kindertagesstätten
Telefon 06232-102544 Email: rv-kita@bistum-speyer.de
und HA I,14 Referat Seelsorge in Kindertageseinrichtungen
Telefon 06232-102279 Email: kita-seelsorge@bistum-speyer.de
bei den Regionalverwaltungen die Bereichsleiter 

Caritasverband für die Diözese Speyer
Referat Kindertagesstätten
Telefon 06232-209143
Email: referat.kita@caritas-speyer.de

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Materialien für die Kitas

Flüchtlingskinder_in_der_Kita